Adlershofer IT-Unternehmen X-Visual erarbeitet gemeinsam mit der HTW ein Konzept für industrielle Mixed-Reality-Anwendungen

 

Digitale Transformation, Virtual Reality und künstliche Intelligenz werden die Planung, den Bau und den Betrieb von Industrieanlagen revolutionieren. Der Adlershofer Softwarehersteller X-Visual Technologies ist hierfür seit Jahren ein gefragter Partner und will die entsprechenden Technologien nun stärker in die Region tragen. Als erstes Berliner Unternehmen wird es dazu, gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin, im Rahmen des Förderprogramms „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ ein Konzept für industrielle Mixed-Reality-Anwendungen erarbeiten.

Wenn eine neue Raffinerie geplant, eine Anlage zur Lebensmittelproduktion umgebaut oder ein chemischer Reaktor gewartet wird, sind die Technologien von X-Visual schon jetzt vielfach erste Wahl. Für das Design und die Dokumentation von Produktionsstätten werden mit der intuitiven Software von X-Visual sogenannte Fließbilder erstellt. Wie „Schaltpläne“ bilden sie alle verbauten Teile – Ventile, Rohre, Pumpen – ab und können durch Methoden der künstlichen Intelligenz (KI) mit der realen Anlage verknüpft werden. Mit Mixed-Reality-(MR-)Anwendungen wie der Microsoft HoloLens, die auf Hologrammen basiert, werden reale Räume mit Bildern und Informationen aus der digitalen Welt erweitert. Den Mitarbeitenden stehen so stets anschauliche und aktuelle Informationen über die Prozesse und Anlagen zur Verfügung. Diese Technologien eignen sich besonders in Gefahrenbereichen für die Schulung und Vorbereitung komplexer Wartungsaufgaben.

Mit alldem unterstützt X-Visual Unternehmen dabei, kostengünstiger, ressourcenschonender und energieeffizienter zu planen und zu produzieren. Kunden und Projektpartner wie DÜRR Systems, Bayer, Merck, aber auch kleinere Anlagenbauer wissen das seit Jahren zu schätzen. Künftig sollen auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus der erweiterten Region Berlin-Brandenburg davon profitieren.

„Allerdings ist der Anlagenbau eine sehr konservative Branche“, sagt Jenny Orantek, Leiterin Marketing und Vertrieb von X-Visual. „Digitalisierung und der Einsatz von MR- und KI-Technologien erfordern noch viel Überzeugungskraft. Deshalb freuen wir uns, dass das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung aufgelegte Programm WIR! dafür einen Anschub gibt.“ Dessen Ziel ist es, strukturschwache Regionen zu stärken, indem breit angelegte regionale Innovationsbündnisse geschlossen werden, die auf den dort bereits gewachsenen Kompetenzen aufbauen.

X-Visual teilt sich die Leitung für sein Vorhaben „MR4B – Mixed Reality for Business“ mit der HTW Berlin, einem langjährigen Kooperationspartner, mit dem VR- und MR-Konzepte aus dem Games-Bereich in industrielle Anwendungen überführt werden. Darüber hinaus sind die Technische Universität Berlin mit Professor Jens-Uwe Repke vom Institut für Prozess- und Verfahrenstechnik und die Digitalagentur 3pc an Bord. Vom 1. September 2020 bis zum Mai 2021 läuft die erste Phase, in der die 44 bundesweit vorausgewählten Netzwerke ihre Konzepte erstellen. Abschließend werden 25 Bündnisse mit je maximal 15 Millionen Euro gefördert. In dieser Umsetzungsphase führen sie F&E-Projekte zu verschiedenen, gemeinsam erarbeiteten Themengebieten durch.

„In den kommenden Monaten wollen wir weitere Anwender aus der Region für unser Bündnis gewinnen, um ein Innovationsökosystem aus KMU und großen Unternehmen zu schaffen und die alte Industrieregion Berlin-Brandenburg wieder zu beleben. So soll auch der ländliche Raum durch moderne, digitale Arbeitsplätze attraktiver werden“, betont Orantek.

Außerdem werden Multiplikatoren wie Bildungseinrichtungen und Verbände einbezogen, um die Menschen frühzeitig vorzubereiten und die Ideen in die Unternehmen zu tragen.

Für den Durchbruch der MR-Technologien fehlt es noch an Softwareanwendungen, die Arbeitsprozesse grundlegend verändern. Das soll in Angriff genommen werden, wenn die langfristige Finanzierung kommt. „Wichtig ist es, immer direkt am Puls der Anwender zu entwickeln, in diesem Fall für die Bedürfnisse der KMU“, sagt Orantek. „Wir müssen Unternehmen, die bislang weniger digital unterwegs sind, befähigen und interessieren, sich dieser Welt zu öffnen. Es gibt Sicherheitsbedenken oder Einstiegshürden, diese Technologien zu nutzen. Oft ist es auch eine Generationenfrage. Da können wir als Technologieunternehmen nicht abgehoben daherkommen, sondern müssen die Menschen abholen, ihnen zuhören und die Nutzen aufzeigen.“ Dabei soll auch ein mobiler Showroom helfen, der schon in einer sehr frühen Phase Gelegenheit zum Anfassen und Testen bietet. „Und nicht zuletzt gilt es, perspektivisch und über den Tellerrand hinaus zu denken“, so Orantek. Denn die Technologien sollen auch adaptierbar sein für andere wichtige Branchen der Region wie das Gesundheitswesen oder den Tourismus.

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